Auch in diesem Jahr war die Dankbarkeit und Freude über unseren Besuch und die Hilfe in Belarus wieder überwältigend.

Wir sollen alle Spenderinnen und Spender aufs allerherzlichste grüßen und den Dank und die Freude über die Hilfe überbringen, was mir aber leider nur in dürren Worten gelingt. Man muss die Freude erleben, nur dann kann man begreifen wie dankbar die Menschen in Belarus sind.

Der Flug von Frankfurt nach Minsk verlief reibungslos und die Zollkontrolle war freundlich und ungewohnt schnell.
Am Flughafen wurden wir schon von unserer Dolmetscherin und Fahrer Anatol erwartet. Er hat jetzt einen VW-Bus vom Flughafen Wien, der zwar rollstuhlgerecht, aber da er nur als Transporter im Flughafenbereich benutzt wurde, auf den  Sandstraßen gelegentlich nur noch durch Muskelkraft fortbewegt werden konnte.
Bei strömendem Regen und ab und zu einer kalten Dusche im Fahrzeug, weil das Dach nicht dicht war, fuhren wir in Richtung russischer Grenze nach Slawgorod.

Fahrt im "Flughafen-zubringer", jetzt Transporter der MS-Gesellschaft Minsk, bei strömendem Regen nach Slawgorod. Leider waren Dach und Fenster undicht. 

Dort wurden wir von unseren Gastgebern Olga und Walentin, die seit wenigen Wochen Dusche und WC im Haus eingebaut haben, aufs herzlichste begrüßt und verköstigt.

Unsere Gastgeber in Slawgorod demon-strieren russische Gastfreundschaft: Gäste werden verköstigt, auch wenn man selbst an allem sparen muss. Danke Olga und Walentin!

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Boromäus-Festes am "Blauen See" bei Slawgorod. Zu diesem Fest kommen zigtausend Menschen aus fast allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion zusammen.

Dort wird der neue Honig gesegnet und verkauft, die Priester taufen Jung und Alt mit dem heiligen Wasser des Sees wie am Fließband. Kranke und Menschen welche sich vor Krankheiten schützen wollen, tauchen mehrmals in das eiskalte Wasser. Kommentar: Wer dabei nicht krank wird ist tatsächlich gesund! Man muss dieses Fest mit Jahrmarkt und tiefer Religiosität einmal erleben!

Jung und Alt geht dreimal durch das heilige Wasser des "Blauen Sees" und erhofft sich dadurch Gesundheit. Ganz sicher hilft das Wasser bei drei-maligem Unter-tauchen. Das alles bei ca. 10° Wasser-temperatur.

Die Religionen gewinnen in Belarus immer mehr an Bedeutung. Der Zulauf zu den einzelnen Kirchen ist enorm. Daher sind am Boromäusfest die Priester der russisch orthodoxen Kirche nahezu überfordert mit den vielen Taufen von Jung und Alt.

Beim Boromäusfest in Slawgorod wird der Honig gesegnet. Erst dann wird er im ganzen Land (und den Ländern der ehemaligen Sowjet-union) verkauft. Dies natürlich nur, wenn es sich um gläubige Imker handelt! Aber ein Honig ohne den Segen der Kirche schmeckt nicht!

Am Abend besuchten wir noch das Denkmal des Siegs von Peter dem Großen über die Schweden,

Vor rund 300 Jahren besiegte Peter I (der Große) hier die Schweden. Seit dieser Zeit gehören Teile von Belarus zum russischen Reich.

bummelten noch ein wenig durch Slawgorod

Flusslandschaft bei Slawgorod.

um dann mit den Lehrerinnen und Lehrern der Schule in Gischenka, für die wir für einige tausend Euro Lehr- und Lernmittel gekauft hatten, am schwarzen See bei einem zünftigen Schaschlik zu feiern.

Beim Schaschlik am "Schwarzen See" mit den Lehrern und Lehrerinnen der Realschule Gischenka. Tausende Steckmücken waren mit von der Partie.

Der nächste Morgen war grausam, nicht wegen der vielen Trinksprüche vom Vorabend, sondern erst jetzt bemerkten wir, dass uns ein Heer von Stechmücken gestochen hatte. Trotzdem machten wir uns auf, um die Schule in Gischenka zu besichtigen. Die Lehrer hatten geputzt, gestrichen und tapeziert und zeigten uns ihre Arbeit voller Stolz (zu Recht). Auch zeigten sie uns die von uns in den letzten Jahren gekauften Maschinen, Geräte und Lehrmittel. Auch sagten sie uns, dass ihre Schule nun zur Mittelpunktschule wurde, dank der guten Ausrüstung aus Pfalzgrafenweiler. Das tat uns natürlich auch gut!

Realschule Gischenka

Bei unserem Rundgang durch die Kreisstadt Slawgorod besuchten wir auch das Stadion und überbrachten Geschenke für die Jugend des Vereins.

Beim Bummel durch Slawgorod besuchten wir auch den täglichen Markt (Basar).

Tags darauf hieß es Abschiednehmen. Wir fuhren zunächst nach Mogilev, um diese Stadt, die nach dem Krieg beinahe Sitz der Regierung der SR Belarus geworden wäre, zu besichtigen. Viel gab sie nicht her, war aber trotzdem interessant, dank auch eines Denkmals für Nikolaus Kopernikus am sogenannten Sternenplatz.

Mogilev:              Die provisorische Kirche in einem Eisenbahn-Wagen wird durch einen Neubau ersetzt.

Mogilev:     Umsiedler aus der Region Tschernobyl weiden mitten in der Stadt ihre Ziegen. Gewohnheit vom Lande? Nein bittere Armut!

Mogilev:             Das Kopernikus Denkmal am Sternenplatz

Gegen Abend erreichten wir dann Minsk und bezogen unser Quartier.

Hotel Jubilenia in Minsk, unser Quartier für die nächsten Tage.

Minsk: Die Kaufhaus-Fassade zeugt noch vom Kunstsinn aus sozialistischer Zeit.

Die nächsten Tage waren ausgefüllt von kleineren Stadtspaziergängen und Einkäufen mit den Herren Direktoren aus Rudensk.

Die beiden Direktoren des Sonderschul-Internats Rudensk und Fahrer Alexander präsentieren Stolz die Einkäufe aus dem Warenhaus Belarus in Minsk.

Rudensk: Von den Schülern gebauter Spielplatz.

Besichtigung des Sonderschul-Internats Rudensk, der Behinderten-Tagesstätte „Offene Tür“ in Minsk. Ein besonderer Genuss war ein Besuch des Zirkus zusammen mit dem ehemaligen Direktor des Gorki Theaters, welcher für uns wieder einen Platz in der Ehrenloge organisiert hatte.

Den letzten Tag verbrachten wir auf dem Fest (Verkaufsmarkt) zumbevorstehenden Beginn der Schulen und Universitäten. Auch hatten wir Gelegenheit  die Weltmeisterschaften der rhythmischen Sportgymnastik im Sportpalast zu besuchen.

Minsk: Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik.

Müde und mit vielen neuen Eindrücken beladen kehrten wir dann gerne wieder nach Pfalzgrafenweiler zurück.

-Dietrich Galsterer-

   
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