Auch in diesem Jahr war die Dankbarkeit und Freude über unseren Besuch und unsere Hilfe in Belarus wieder überwältigend. Wir sollen alle Spenderinnen und Spender aufs allerherzlichste grüßen und den Dank und die Freude über die Hilfe überbringen, was mir aber leider nur in dürren Worten gelingt. Man muss die Freude erleben, nur dann kann man begreifen wie dankbar die Menschen in Belarus sind.

Der Flug von Stuttgart über Wien nach Minsk verlief reibungslos, aber dann benötigte ich doch eine ganze Stunde um durch den Zoll zu kommen, da meine Deklaration der Devisen immerhin um fünf Euro vom tatsächlichen Bargeldbestand abwich. Meine drei Begleiter, die Dolmetscherin und Fahrer, welche uns abholen wollten, waren sicherlich nervöser über die Warterei als ich selbst.                       Um uns rechtzeitig registrieren zu lassen, übernachteten wir in Minsk im Hotel Belarus und fuhren am 


Hotel Belarus in Minsk

nächsten Tag nach Gischenka weiter. Unterwegs kauften wir in Mogilew wo uns der Schulleiter der Schule in Gischenka schon erwartete verschiedene Gegenstände ein. Dann ging es weiter nach Slawgorod wo wir weitere Einkäufe im Konsum machten. Da der Wechselkurs innerhalb weniger Tage sehr ungünstig geworden war, reichten die eingewechselten 30.000.000,00 Rubel nicht aus, um die bestellte Ware zu bezahlen. Doch Ende gut alles gut. Zum Glück hatte am Samstagnachmittag noch eine Bank geöffnet und ich konnte dort Geld umtauschen und unsere Schulden bezahlen.


Der Konsum in Slawgorod

Nun ging’s weiter nach Gischenka in die Schule, wo uns die Schülerinnen mit einem kleinen Konzert empfingen und die Lehrerinnen und Lehrer ein tolles Essen für uns bereitet hatten. Nach vielen Trinksprüchen verabschiedeten wir uns in unsere Privatquartiere in Slawgorod.

Am nächsten Tag besichtigten wir zunächst die Kreisstadt Slawgorod, um danach von den Lehrern mit Schaschlik und anderen Köstlichkeiten am Ufer des schwarzen Sees verwöhnt zu werden.

Danach fuhren wir an die heilige Quelle des blauen Sees. Ein sehr interessanter Ausflug, welcher uns in die Geheimnisse des russisch-orthodoxen Glaubens einführte. Im eiskalten Wasser des Sees wurde gekneippt, die Leute rieben sich mit Schlamm ein oder füllten das Wasser wegen seiner heilenden Wirkung in Flaschen ab um es zuhause zu genießen.


Der blaue See bei Slawgorod (Heilige Quelle)

Nach einer abenteuerlichen Fahrt über die staubige Landstraße mit einer Pontonbrücke kehrten wir nach Slawgorod zurück, um noch ein wenig die Stadt zu erkunden. Ein wahrlich festliches Essen bei unseren Gastgebern schloss den Tag ab. Allerdings fuhren wir zwischen dem Hauptgang und dem Nachtisch noch kurz nach Rschawka um dort das Denkmal für den Sieg Peter des Großen über die Schweden zu besichtigen. Ein wenig Bewegung und frische Luft tat allen gut.

Um 8.00 Uhr ging’s dann am nächsten Morgen nach Mstislawl, wo wir in einem ehemaligen Jesuitenkloster ein Internat für gehörlose bzw. schwerhörige Kinder besuchten. Hilfe für die Kinder ist dort aber nicht notwendig und die Kosten für die Gebäudeunterhaltung können wir nicht aufbringen, so dass wir dort leider nicht helfen konnten. Auch dort besuchten wir eine heilige Quelle, welche gegen Augenleiden helfen soll. Das dortige Kloster aus dem 12. Jahrhundert ist leider nur noch eine Ruine.


Ehemaliges Jesuitenkloster in Mstislavl in dessen Nebengebäuden ein Gehörlosen-Internat untergebracht ist (fotografieren verboten!)

Danach ging’s bei brütender Hitze (35°) direkt von der russischen Grenze 530 km weit nach Minsk. Eine Tortur ohne Klimaanlage und Gebläse im Auto.

Am nächsten Tag besuchten wir bei strömendem Regen die Behinderten-Tagesstätte „Offene Tür“ und ließen uns dort die Arbeit erklären, welche Dank unserer Hilfe immer mehr Fortschritte macht.

Das inzwischen sehr kalte Wetter und der Regen ließ unsere vorgesehene Stadtbesichtigung buchstäblich ins Wasser fallen. Mit einem Besuch des Balletts „Dornröschen“ schloss dieser Tag ab.

Die Stadtbesichtigung holten wir dann am nächsten Tag nach. Auch besuchten wir das Kunstmuseum und unseren Freund Boris Lutsenko im Gorki Theater, welcher mit unserer Hilfe Straßen- und Waisenkinder unterstützt.

Der folgende Tag war dem Sonderschul-Internat Rudensk gewidmet. Zunächst kauften wir für die neu eingerichtete Klasse für Landschaftsgärtner Maschinen und Geräte ein. Einige Millionen Rubel mussten auf der Bank eingetauscht werden. Jeder Euroschein wurde dabei mehrmals genau geprüft und auch im Geschäft wurde wieder jeder Rubelschein unter die Lupe genommen. Diese Prozedur dauerte mindestens eine Stunde. Aber dann ging’s ans Einladen und auf Leitern und Geräten sitzend nach Rudensk, wo wir die Gebäude besichtigten und ich so nebenbei auch prüfte, ob unsere „Hilfe“ tatsächlich noch an Ort und Stelle war. Meine Begleiter waren von der Arbeit und diesem Heim tief beeindruckt. Die Kinder gestalten zusammen mit ihren Betreuern das Heim wohnlich.


Einkauf für das Sonderschul-Internat in Rudensk

Ein Ausflug in strömendem Regen über die Erinnerungsstätte Chatin nach Witebsk füllte den nächsten Tag aus.

Das Stadtfest in Minsk war wegen der Kälte und dem Regen kein besonderes Vergnügen.


Einlasskontrolle zum Stadtfest in Minsk

Verschiedene Besuche und Besichtigungen waren für die restliche Zeit unseres Aufenthalts noch vorgesehen.

Müde und mit vielen neuen Eindrücken beladen kehrten wir dann gerne wieder nach Pfalzgrafenweiler zurück.

   
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