am 09.04.2011 im Hotel Schwanen in Pfalzgrafenweiler
Der Vorsitzende Dietrich Galsterer begrüßte alle Anwesenden aufs herzlichste und stellt fest, dass zur Mitgliederversammlung ordnungsgemäß eingeladen wurde. Er berichtet, dass 2010 nur eine Hilfsfahrt nach Belarus durchgeführt wurde. Auf die einzelnen Ziele gehe er im Kassenbericht noch näher ein. An der Fahrt nahmen Dietrich Galsterer, Dieter Lutz und Karl Theurer teil. Beim Stadtfest in Freudenstadt unterstützten wir den Lionsclub mit unserem Flammkuchenofen und erhielten dafür eine Spende in Höhe von 2.000,00 Euro. Weitere Aktivitäten neben der üblichen Verwaltungsarbeit gab es 2010 nicht.
Im Jahr 2010 wurden folgende Einnahmen bzw. Ausgaben getätigt:
Dies ergibt im Jahr 2010 Mehrausgaben 2.215,31 € -3.383,26 €
Folgende Institutionen und Personen wurden von uns bedacht: Schule in Gishenka 10.180,71 € Sonderschul-Internat und Waisenhaus Rudensk 4.869,53 € Sportjugend in Slawgorod 756,09 € MS-Kranke in Minsk 800,00 € Behinderten-Kindertagesstätte in Minsk 2.500,00 € Sonstiges 286,20 € Insgesamt 201019.392,53 €
Klaus Schultz berichtet, dass er zusammen mit Georg Schaber am 28.01.2011 die Kasse geprüft hat. Er bescheinigt dem Kassier eine saubere und gründliche Arbeit. Alle Konten wurden geprüft. Bei einer gründlichen aber nur stichprobeweisen Prüfung der Belege zeigten sich keinerlei Beanstandungen. Er empfiehlt der Versammlung die Entlastung des Kassiers.
Klaus Schultz erinnert an die vorgebrachten Berichte und bittet die Versammlung die Vorstandschaft und den Kassier zu entlasten. Dies erfolgt einstimmig.
1. Vorsitzender Der Vorsitzende berichtet, dass es ihm nicht gelungen ist einen Kandidaten für das Amt des 1. Vorsitzenden und des Kassiers zu finden. Obwohl es eine etwas merkwürdige Form sei beide Ämter durch eine Person zu führen sei er selbstverständlich bereit diese beiden Ämter zu übernehmen. Klaus Schultz übernimmt das Amt des Wahlleiters und bittet die Versammlung um Vorchläge bzw. ob sich jemand bereit erklärt das Amt zu übernehmen. Es gehen keine Vorschläge ein. Danach erfolgt die Wahl in offener Abstimmung von Dietrich Galsterer zum 1. Vorsitzenden einstimmig.
2. Vorsitzender Der bisherige 2. Vorsitzende Stefan Gall ist wegen Krankheit entschuldigt. Er hat sich aber bereit erklärt das Amt wieder zu übernehmen falls sich sonst niemand findet. Klaus Schultz bittet um Vorschläge. Es gehen keine Vorschläge ein. Daher wird Stefan Gall in offener Abstimmung einstimmig wiedergewählt.
Kasier Dietrich Galsterer hat bereits erklärt, dass er niemand gefunden hat für das Amt des Kassiers. Auch aus der Mitte der Versammlung kommen keine Vorschläge. Daher bittet Klaus Schultz die Versammlung Dietrich Galsterer auch zum Kassier zu wählen. Er als Kassenprüfer kann nur noch einmal bestätigen, dass es keine Probleme gab wenn Galsterer auch dieses Amt führt. Die entsprechende Wahl erfolgt einstimmig.
Kassenprüfer Auch die Ämter der Kassenprüfer sind neu zu besetzen. Dietrich Galsterer bittet um entsprechende Vorschläge. Da keine eingehen schlägt er vor Klaus Schultz und Georg Schaber erneut zu wählen. Dies erfolgt einstimmig.
Planungen für das Jahr 2011 Für 2011 ist wieder eine Hilfsfahrt nach Belarus geplant, sie findet vermutlich vom 01. bis 10. Juni statt. Es sollen dieselben Ziele wie 2010 angefahren werden. Auch soll wieder ein Betrag um 20.000,00 € ausgegeben werden, um den vorhandenen Kassenbestand noch weiter abzubauen, wie dies vom Finanzamt Freudenstadt gefordert wurde. Alles hängt natürlich vom Spendenaufkommen ab. Der Kassenbestand muss aber auf alle Fälle abgebaut werden, um die Gemeinnützigkeit nicht zu verlieren. Des Weiteren wird sich der Verein wieder beim Stadtfest in Freudenstadt engagieren, falls dies von unserem „Hauptsponsor“ dem Lionsclub gewünscht wird. Am Weihnachtsmarkt werden wir uns nicht mehr beteiligen, da auf Grund der Personalsituation das Angebot nicht erweitert werden kann und auf Grund der veränderten Gebühren kaum noch mit einem Gewinn zu rechnen ist. Schade, denn dadurch geht ein Teil der Öffentlichkeitswirkung verloren.
Es sind keine Anträge eingegangen und werden nicht vorgebracht. Daher schließt der Vorsitzende die Mitgliederversammlung.
Im Anschluss zeigt er noch eine Diaschau über die Hilfsfahrt 2010.
Am 26. April 1986 ereignete sich der Super-GAU in dem in der Ukraine liegenden Atomkraftwerk von Tschernobyl. Dieser wurde zur größten technogenen Katastrophe der Welt, bei der fast ein Viertel des Territoriums der Republik Belarus verseucht wurde (23 Prozent).
Die Tschernobyl-Tragödie hat enorm das Leben der Menschen, die Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur der Republik Belarus beeinflusst. Der Gesamtschaden durch die Folgen des Unfalls wird für den dreißigjährigen Zeitraum auf 235 Mrd. US-Dollar geschätzt und beträgt das 32-fache des Jahresstaatsbudgets von 1985.
Die Katastrophe hat auch die Landwirtschaft von Belarus wesentlich beeinträchtigt. Das Land hat etwa ein Fünftel seiner landwirtschaftlichen Nutzfläche verloren. Jährlich kostet dieser Verlust dem Staat mehr als 700 Mio. US-Dollar.
In den verseuchten Gebieten sind 132 Minerallagerstätten, etwa ein Viertel des Waldfonds und fast 350 belarussische Industriebetriebe geblieben.
Fast 2 Mio. Einwohner der Republik Belarus wurden von der Tschernobylkatastrophe direkt oder indirekt betroffen. Mehr als 1,3 Mio. Menschen, darunter fast 500 Tsd. Kinder und Jugendliche, wohnen nach wie vor in den vom Fallout betroffenen Gebieten.
Die medizinischen Folgen der Katastrophe haben ihren Ausdruck in der Zunahme von Krebserkrankungen gefunden. Die am meisten verbreitete Krankheit ist Schilddrüsenkrebs, der nach der Katastrophe fast um das 40-fache bei den Kindern und um das 7-fache bei den Erwachsenen gestiegen ist.
Die Katastrophe hatte schwere sozial-psychologische Nachwirkungen: wegen ihrer Umsiedlung und der Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes mussten viele Belarussen ihre Lebensweise ändern und einen neuen Arbeitsplatz suchen. Die Anpassung an neue Lebensbedingungen fiel den Menschen oft schwer.
Eine langfristige und umfassende Überwindung der Katastrophenfolgen unter Berücksichtigung des Ausmaßes ihrer ökologischen und wirtschaftlichen Gefahr bedarf komplexer Maßnahmen, die viel Zeit und erhebliche Finanzmittel in Anspruch nehmen.
Die Maßnahmen zur Linderung der Katastrophenfolgen werden fortgesetzt. Belarus, ein Land mit mittlerem Einkommensniveau, gibt täglich für die Überwindung der Tschernobyl-Katastrophe etwa 1 Mio. USD aus. Seit 1986 betragen die Folgekosten insgesamt etwa 18 Mrd. USD ohne Hilfe aus dem Ausland. Die Ausgaben von Belarus und der internationalen Gemeinschaft zur Überwindung der Katastrophenfolgen decken nur 8 Prozent des Gesamtschadens. Etwa 5 Prozent des Staatsbudgets der Republik Belarus werden jährlich für die Bewältigung der Folgen der Tschernobyl-Katastrophe ausgegeben.
In diesem Zusammenhang ist die internationale Unterstützung bei der Überwindung der Katastrophenfolgen von sehr großer Bedeutung. Die Wiederherstellung und stabile Entwicklung dieser Region erfordert erhebliche Investitionen.
Belarus hat unter Inanspruchnahme der ausländischen Hilfe erfolgreich alle notwendigen Bedingungen für eine langfristige Wiederherstellung des betroffenen Territoriums geschafft. Dazu gehört die umfassende Rechtsbasis, die alle staatlichen Aktivitäten in diesem Bereich regelt, eine sorgfältige medizinische Untersuchung der Bevölkerung, die abgeschlossene Umsiedlung der Menschen aus den am meisten kontaminierten Gebieten, die Schaffung eines umfassenden Systems des Sozialschutzes für die betroffene Bevölkerung und eines Systems der radioaktiven Kontrolle sowie die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den betroffenen Regionen.
Das Reaktorunglück hat einen starken Impuls zur Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit gegeben, an der sich nicht nur Regierungen und internationale Organisationen beteiligen, sondern auch Ärzte, Wissenschaftler und einfache Menschen – sie alle bemühen sich, den von der Katastrophe betroffenen Kindern und Erwachsenen zu helfen.
Die Systematisierung der Erkenntnisse und Ausarbeitung der Empfehlungen für die Überwindung der Katastrophenfolgen erfolgt auch im Rahmen der UNO. Der Zeitraum von 2006 bis 2016 wurde auf belarussische Initiative von der UN-Generalversammlung zum Jahrzehnt des Wiederaufbaus und der nachhaltigen Entwicklung der betroffenen Regionen proklamiert. Das Sonderaktionsprogramm für dieses Jahrzehnt ist darauf gerichtet, die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft bei der Überwindung der Katastrophenfolgen zu aktivieren. Die Hilfe der UN-Institutionen für Belarus beträgt insgesamt mehr als 50 Mio. USD.
Zusätzlich bekommt Belarus jährlich etwa 50 Mio. USD unentgeltlicher humanitärer Hilfe von Wohlfahrtsorganisationen und Privatpersonen.
Zugleich sind aber alle diese Mittel für die vollständige Wiederherstellung und die standfeste Entwicklung der betroffenen Gebiete unzureichend.
Eine große Bedeutung für die Linderung der Folgen der Tschernobylkatastrophe hat die Gesundung der Kinder aus den betroffenen Regionen. Die Rehabilitierung der Kinder in Belarus wird von Jahr zu Jahr ausgedehnt. Im Lande sind 14 Kinder-Rehabilitationszentren geschaffen, die sich das ganze Jahr hindurch auf die Gesundung der vom Tschernobylunfall Betroffenen spezialisieren. Jährlich können mehr als 120 000 Kinder in diesen Einrichtungen einen Aufenthalt absolvieren.
Gleichzeitig unterstützt Belarus auch die langjährige Praxis der Gesundung der Kinder im Ausland. Die Länder, die traditionell viele belarussische Kinder empfangen, sind Italien, Deutschland, Irland, Spanien, die USA, Kanada.
Die Ausreise der Kinder ins Ausland beeinflusst die Gesundheit und den psychologischen Zustand der Kinder positiv. Allerdings gehört die Gewährleistung der Sicherheit der Kinder während ihrer Auslandsreisen sowie die Beachtung ihrer Rechte zum wichtigen Bestandteil der Erholungsaufenthalte. In diesem Zusammenhang dürfen die belarussischen Kinder zwecks Gesundung nur in diejenigen Länder ausreisen, mit denen Belarus ein völkerrechtliches Abkommen über die Rahmenbedingungen der Gesundung von Kindern abgeschlossen hat.
Die Vereinbarung zwischen der Regierung der Republik Belarus und der Regierung der Bundesrepublik Deutschland über die Bedingungen der Erholungsaufenthalte für die minderjährigen Bürger der Republik Belarus in der Bundesrepublik Deutschland wurde am 11.Februar 2009 abgeschlossen. Damit wurde die gesetzliche Grundlage für die Fortsetzung von Erholungsreisen der von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl betroffenen belarussischen Kinder nach Deutschland geschaffen, die sich während der vergangenen Jahren als sehr erfolgreich erwiesen haben.
Belstatistik hat gerechnet, wie sich die Preise in Belarus im letzten Jahr geändert haben, indem die Preise von Januar-Juli dieses Jahres mit den Preisen der gleichen Periode vorigen Jahres verglichen wurden.
Es wurde dabei erwiesen, daß die Preise auf Lebensmittel um 14,4 % gewachsen sind. Die Preise der Produkte der der Industrieproduktion sind um 17,8 % gewachsen und die Preise auf Bau- und Montagearbeiten um 15.6 %, Tarife auf Lasttransporte sind praktisch 1,5 mal höher geworden - um 44,5%.
Was konkrete Lebensmittel angeht, dann sind die größten Preiserhöhungen bei Fisch 21,5%, Milch 22,7%, Mehl 29,3% und Kartoffeln 23,3%.
Von den Industriewaren fällt die größte Preiserhöhung auf Medikamente (27,4%), Kosmetik (21,9%)
Bei den kommunalen Dienstleistungen fällt die größte Preiserhöhung auf Strom (34,7%).
am 12.03.2010 im Gasthaus zum Pfalzgraf
Der Vorsitzende Dietrich Galsterer begrüßte alle Anwesenden aufs herzlichste und stellt fest, dass zur Mitgliederversammlung ordnungsgemäß eingeladen wurde.
Er berichtet, dass 2009 nur eine Hilfsfahrt nach Belarus durchgeführt wurde. Auf die einzelnen Ziele gehe er im Kassenbericht noch näher ein. An der Fahrt nahmen Dietrich Galsterer, Dieter Lutz und Karl Theurer teil.
Ferner war die Gesangsgruppe Kressiwa aus Minsk zu Gast und gab Konzerte bei der Christusgemeinde Bösingen und im Seniorenstift am Kurgarten.
Beim Stadtfest in Freudenstadt unterstützten wir den Lionsclub mit unserem Flammkuchenofen und erhielten dafür eine Spende in Höhe von 2.000,00 Euro.
Weitere Aktivitäten neben der üblichen Verwaltungsarbeit gab es 2009 nicht.
Im Jahr 2009 wurden folgende Einnahmen bzw. Ausgaben getätigt:
Einnahmen Vorjahr 2009
Spenden 17.055.00 € 18.388,00 €
Zinsen 249,13 € 143,19 €
Erlöse 1.291,15 € 164,30 €
Ersätze 0,00 € 296,06 €
Einnahmen insgesamt 18.595,28 € 18.991,55 €
Ausgaben Vorjahr 2009
Fahrt- und Nebenkosten, Unterkunft 2.349,94 € 2.971,03 €
Hilfsgüter 19.200,49 € 13.310,40 €
Verwaltungskosten 297,81 € 297,81 €
Veranstaltungen 1.273,70 € 197,00 €
Ausgaben insgesamt 23.121,94 € 16.776,24 €
Dies ergibt im Jahr 2009 Mehreinnahmen -4.526,66 € 2.215,31 €
Folgende Institutionen und Personen wurden von uns bedacht: Schule in Gishenka 5.683,72 € Sonderschul-Internat und Waisenhaus Rudensk 4.017,60 € Straßen- und Waisenkinder in Minsk 1.000,00 € Sportjugend in Slawgorod 509,08 € MS-Kranke in Minsk 600,00 € Behinderten-Kindertagesstätte in Minsk 1.500,00 €.
Insgesamt 200813.310,40 €
Georg Schaber berichtet, dass er zusammen mit Klaus Schultz am 05.02.2010 die Kasse geprüft hat. Er bescheinigt dem Kassier eine saubere und gründliche Arbeit. Alle Konten wurden geprüft. Bei einer gründlichen aber nur stichprobeweisen Prüfung der Belege zeigten sich keinerlei Beanstandungen. Er empfiehlt der Versammlung die Entlastung des Kassiers.
Georg Schaber erinnert an die vorgebrachten Berichte und bittet die Versammlung die Vorstandschaft und den Kassier zu entlasten.
Dies erfolgt einstimmig.
Für 2010 ist wieder eine Hilfsfahrt nach Belarus geplant, sie findet vermutlich vom 22.Mai bis 02. Juni statt. Es sollen dieselben Ziele wie 2009 angefahren werden. Auch soll wieder ein Betrag zwischen 20.000,00 € und 25.000,00 € ausgegeben werden, um den vorhandenen Kassenbestand abzubauen, wie dies vom Finanzamt Freudenstadt gefordert wurde. Dies konnte 2009 nicht erreicht werden, wegen der großen Differenz im Wechselkurs von 2008 nach 2009, da die Waren ja vorbestellt werden und Veränderungen kaum noch möglich sind. Einkaufen in Belarus hat seine eigenen Gesetze.
Alles hängt natürlich vom Spendenaufkommen ab. Der Kassenbestand muss aber auf alle Fälle abgebaut werden, um die Gemeinnützigkeit nicht zu verlieren.
Des Weiteren wird sich der Verein wieder beim Stadtfest in Freudenstadt engagieren, falls dies von unserem „Hauptsponsor“ dem Lionsclub gewünscht wird.
Am Weihnachtsmarkt werden wir uns nicht mehr beteiligen, da auf Grund der Personalsituation das Angebot nicht erweitert werden kann und auf Grund der veränderten Gebühren kaum noch mit einem Gewinn zu rechnen ist. Schade, denn dadurch geht ein Teil der Öffentlichkeitswirkung verloren.
Es sind keine Anträge eingegangen und werden nicht vorgebracht. Daher schließt der Vorsitzende die Mitgliederversammlung.
Im Anschluss zeigt er noch eine Diaschau über die Hilfsfahrt 2009.
Aus "Der Standart" Wien
Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wirft bis heute ihren Schatten über die Ukraine. Noch immer müssen zahlreiche Kinder an den Folgen Tschernobyls sterben, von den Spätfolgen ganz zu schweigen: Beinahe 50 Prozent aller ukrainischen Kinder leiden an der Immunschwäche "Tschernobyl-Aids".
Die Chancen auf die erfolgreiche Behandlung Erkrankter sind gering. Es gibt kein adäquates medizinisches Versorgungsnetz, man ist auf ausländische Hilfe angewiesen. Die von Global 2000 initiierten humanitären Hilfeleistungen und strukturellen Verbesserungen in der Region ließen die Heilungsrate der Leukämiestation des Kinderkrankenhauses Kharkov von fünf auf 75 Prozent steigen. Die NGO gibt Tschernobylkindern seit 1996 in Zusammenarbeit mit Österreichischen Gemeinden allerdings auch die Möglichkeit, sich für ein paar Tage völlig sogenfrei zu fühlen.
Leukämie Diana Razdzhoy ist das 1000. Kind, das in Österreich einen derartigen Erholungsurlaub macht. Das zwölfjährige Mädchen leidet an Trizitopenie, einer äußerst seltenen Form von Leukämie. Diese Diagnose hätte in ihrer Heimat ihren Tod bedeutet.
Da sich ihre Familie Medikamentenkosten in der Höhe von 18.000 Euro pro Jahr unmöglich leisten konnte, versuchten die verzweifelten Eltern, ein weiteres Kind zu bekommen, das als Knochenmarkspender fungieren hätte sollen (Transplantationen sind in der Ukraine nur unter Geschwistern erlaubt). Dies endete mit einer Bauchhöhlenschwangerschaft, an der Dianas Mutter beinahe starb. Nachdem Global 2000 die lebensnotwendigen Medikamente für Diana aufgetrieben hatte, wurde das Mädchen am 9. Juli nach Österreich gebracht, um sich im Therapiezentrum Ybbs für zwanzig Tage zu erholen.
Diana ist eines von 130 Kindern, die dieses Jahr fern der Heimat versuchen, ein paar unbeschwerte Tage zu verbringen. Die Ferien schenken den jungen Patienten nicht nur neuen Mut, sie sind auch messbar: Bei allen betroffenen Kindern bessert sich das Blutbild sichtlich.
Insgesamt sind fünf Millionen Menschen direkt und indirekt durch den Reaktorunfall 1986 erkrankt. Eva Maria Neuper von Global 2000 weiß, dass trotz all der verstrichenen Zeit die Hilfe für Opfer nicht abreißen darf. Da es keine Erfahrungswerte gebe, seien weitere Spätfolgen noch immer nicht absehbar.
(Maria Antonia Graff, DER STANDARD, 25.7.2007)
Die ersten Siedlungen auf dem Gebiet vom heutigen Belarus sind vor 27 - 24 Tausend Jahren entstanden. Im 7. bis 9. Jahrhundert waren hier slawische Stämme ansässig. Die ersten Staatsgebilde in diesem Raum waren Fürstentümer Polozk, Turow und Smolensk. Der erste urkundlich erwähnte Fürst, der Ende des 10. Jahrhunderts in Polozk regierte, war Rogwoldo. Seine größte Machtentfaltung erlangte das Fürstentum Polozk im 11. Jahrhundert unter Wseslaw dem Wundertäter.
In gewissen Zeiträumen gerieten die Fürstentümer Polozk und Turow, wie auch andere belarussische Gebiete, unter die Herrschaft von Kiewer Fürsten. Mit der beginnenden feudalen Zersplitterung lösten sie sich in kleinere Teilfürstentümer auf. Im 10. bis 12. Jahrhundert begann sich in belarussischen Gebieten der Feudalismus durchzusetzen.
Anfang des 13. Jahrhunderts waren belarussische Länder und Fürstentümer an der Schaffung des Großfürstentums Litauen mit beteiligt. Zum Oberhaupt des Fürstentums wurde Mindowg, der 1253 den Königstitel annahm. Im Laufe des 13. - 14. Jahrhunderts gliederten sich alle belarussischen Territorien ins Großfürstentum Litauen ein.
Demnächst wurden auch Teile ukrainischer und russischer Territorien in das Hoheitsgebiet des Staates eingebunden. Verwaltungsstruktur, sozialwirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Großfürstentums wurden von der Bevölkerung slawischer Länder bestimmt. Altbelarussisch war von der Mitte des 14. bis Ende des 17. Jahrhunderts Kanzleisprache des Staates.
Das Großfürstentum Litauen war eines der größten Staatengebilde in Europa der früheren Neuzeit und konnte an Ansehen weltweit gewinnen. Es kam zum bedeutenden Wachstum der vorhandenen und Entstehen der neuen Städte. Enge Handelsbeziehungen mit deutschen Hansastädten, Skandinavien, mit östlichen und südlichen Nachbarfürstentümern wurden geknüpft. In mehreren belarussischen Städten wurde ein System der Selbstverwaltung und Gerichtsbarkeit nach dem sog. Magdeburger Recht geschaffen. Eine solche Stadtverwaltung erhielten Brest (1390), Grodno (1391), Sluzk (1441), Polozk (1498) und Minsk (1499).
1517 druckte der große belarussische Humanist und Aufklärer Franzisk Skorina, gebürtig in Polozk, die Bibel in belarussischer Sprache. Damit besaßen die Belarussen als dritte Nation nach den Deutschen und den Tschechen eine gedruckte Bibel in ihrer Muttersprache.
Im Jahre 1588 wurde das dritte Statut des Großfürstentums Litauen - ein gesamtstaatliches Gesetzbuch für unterschiedliche Rechtsbereiche veröffentlicht. Das Statut war in Belarussisch abgefaßt und stellte damals die einzige vollständige Zusammenführung von Gesetzen in Europa nach römischem Recht bis zum Napoleon-Kodex, der 1804 angenommen wurde, dar.
Infolge der Union von Lublin schlossen sich 1569 das Großfürstentum Litauen und Polen zu einem Bundesstaat - Rzecz Pospolita - zusammen. Nach drei Teilungen der Rzecz Pospolita Ende des 18. Jahrhunderts fiel das belarussische Territorium an Rußland.
In den vergangenen Jahrhunderten war Belarus Hauptschauplatz mehrerer Kriege, die enorme Verwüstungen angerichtet, zahlreiche Menschenopfer und schwerste materielle Schäden verursacht hatten.
Mit dem Eintritt Rußlands in den 1. Weltkrieg wurde auf belarussischem Gebiet der Ausnahmezustand angeordnet. Bis September 1915 war der westliche Teil von Belarus durch deutsche Truppen besetzt. Mit dem Sturz des Zarismus in Rußland infolge der Februarrevolution 1917 wurde das politische Geschehen auch in Belarus aktiver. Nach dem Sieg des bewaffneten Aufstandes in Petrograd wurde in Minsk die Sowjetmacht verkündet.
Am 1. Januar 1919 wurde in Smolensk die Belarussische Sozialistische Sowjetrepublik (BSSR) proklamiert. Aber schon im Februar 1919 wurde, angesichts damaliger politischer Verhältnisse, eine Litauisch-Belarussische Sozialistische Sowjetrepublik mit der Hauptstadt Wilno geschaffen.
Am 31. Juli 1920 wurde nach der Aufhebung der polnischen Besetzung die BSSR wiederholt ausgerufen.
1921 gingen nach dem Vertrag von Riga westliche Landesteile der Republik an Polen über.
Am 30. Dezember 1922 trat die BSSR der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken bei. 1939 kam es zur Wiedervereinigung von Westbelarus mit der BSSR.
Am 22.Juni 1941 überfielen die Hitlertruppen treubrüchig die Sowjetunion. Nach zwei Monaten stand das ganze Gebiet von Belarus unter faschistischer Besatzung. Mit dem Ausbruch des Großen Vaterländischen Krieges entfaltete sich in der okkupierten Republik eine massenhafte Partisanenbewegung, an der etwa 400 Tausend Bürger aktiv beteiligt waren und über 400 Tausend als Reservisten galten.
Vor 60 Jahren, im Juli 1944 haben sowjetische Truppen im Zuge der Belarussischen Offensive ganz Belarus befreit. Dieser Krieg, der von den Hitlerfaschisten entfesselt worden war, war für schwerste Verluste verantwortlich: jeder vierte Bewohner der Republik gefallen, alle Städte zerstört, mehr als 9000 Dörfer niedergebrannt.
In Anerkennung des Beitrags des belarussischen Volkes zur Zerschlagung des Hitlerfaschismus und in Ehrung der dabei gebrachten zahllosen Opfer wurde die BSSR in die Organisation der Vereinten Nationen als Gründungsmitglied aufgenommen.
Im letzten Jahrhundert ist das Territorium der Republik von einer weiteren, einer technologischen Katastrophe heimgesucht worden. Im April 1986 ereignete sich ein Supergrau im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl an der Grenze zu Belarus. Über zwei drittel des gesamten radioaktiven Fallouts hat die Republik abbekommen. Der eingerichtete ökologische, gesundheitliche und sozioökonomische Schaden war enorm.
Am 27. Juli 1990 verabschiedete der Oberste Sowjet der BSSR die staatliche Unabhängigkeitserklärung von Belarus, die im August 1991 zum Verfassungsgesetz erhoben wurde. Seit 19. September 1991 heißt das Land die Republik Belarus.
Im Dezember 1991 unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs Russlands, der Ukraine und Belarus` in Wisskuli ( im belarussischen Belowesher Wald) die Urkunde über die Kündigung des Unionsvertrages von 1922. Belarus wurde unabhängig und souverän. Am 15. März 1994 wurde eine neue Verfassung angenommen, in der Belarus zu einem unitarischen, demokratischen Rechtsstaat mit präsidialer Regierungsform verkündet wurde.
Am 10.Juli 1994 wurde Alexander Lukaschenko zum ersten Staatspräsidenten der Republik Belarus gewählt. Die innenpolitische Entwicklung von Belarus war zu dem Zeitpunkt sehr angespannt. Große Teile des damaligen Obersten Sowjets blockierten jede Entscheidung. Das Parlament vermochte praktisch kein einziges Gesetz anzunehmen. Belarus bewegte sich an den Rand einer Staatskrise hin. A.Lukaschenko wandte sich an das Volk, führte 1996 ein Referendum über die veränderte Verfassung mit Priorität für eine stärkere Exekutive und einen Präsidenten als Garant für die Stabilität des Landes durch. 84% der Wähler votierten für diese Änderungen in der Verfassung.
Im April 1996 wurde der Vertrag über eine tiefere wirtschaftliche Integration und die Schaffung einer Gemeinschaft zweier Staaten mit der Russischen Föderation signiert. Im weiteren Verlauf wurde eine höhere Stufe der Integration angestrebt. Am 8. Dezember 1999 unterschrieben die Präsidenten der Russischen Föderation und der Republik Belarus den Vertrag über die Gründung eines Staatenbundes.
Im Zuge der Integrationsprozesse wurde der Entwurf einer Verfassungsakte erarbeitet, welcher gleiche Rechte für Belarus und Russland als zwei souveräne Staaten garantiert.
Nach den Präsidentschaftswahlen in Belarus im September 2001, bei denen sich Alexander Lukaschenko mit über 75% der abgegebenen Stimmen gegen zwei andere Kandidaten behaupten konnte und in seinem Amt für die zweite Frist bestätigt wurde, sind neue Voraussetzungen für weitere kontinuierliche Entwicklung des Landes entstanden. Das Staatsoberhaupt hat eine Grundsatzerklärung mit konkreten Vorschlägen über neue Schritte im Bereich der Demokratisierung der Gesellschaft und der Umgestaltung der Wirtschaft abgegeben.
Nachdem es gelungen war, das vorhandene Wirtschaftspotential aufrechtzuerhalten und auszubauen, sowie eine "wilde", unkontrollierte Privatisierung zu vermeiden, ging man im Lande zu einer nächsten Phase über. Wirtschaftliche Liberalisierung auf der Makroebene wurde intensiviert, ein Modell der sozial-wirtschaftlichen Entwicklung in Belarus wurde erarbeitet, das auf eine kontinuierliche Schaffung der effizienten sozialorientierten Marktwirtschaft abzielt. Privatisierung von Großbetrieben wurde gestartet und ein neuer Investitionskodex verabschiedet. Infolge der ergriffenen Maßnahmen hat der Anteil der nichtstaatlichen Unternehmen stark zugenommen. Zur Zeit betragen ihre Erzeugnisse im Gesamtvolumen der Industrieproduktion über 60%.
Beim nationalen Referendum 2004 hat das belarussische Volk den Kurs des amtierenden Staatsoberhauptes eindeutig unterstützt und erlaubte ihm, sich an den 2006 stattzufindenden Präsidentenwahlen als Präsidentschaftskandidat zu beteiligen. Die beim Referendum zur Debatte gestandene Frage beantworteten positiv 77,3% der Wähler.
Belarus gehört zu den stabilsten Staaten auf dem postsowjetischen Raum. Im Lande sind Spannungen auf ethnischem bzw. religiösem Boden unbekannt. Die Kriminalitätsrate ist vergleichsweise niedrig. Laut Bericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme, UNDP) für das Jahr 2005 nimmt Belarus in der Liste der 177 Länder der Welt hinsichtlich des Index für menschliche Entwicklung (Human Development Index, HDI) den 67. Platz ein. Nach diesem Parameter liegt Belarus vor allen GUS-Staaten außer Russland.
Belarus Stand: Oktober 2006 Ländername Republik Belarus (Respublika Belarus) Klima gemäßigt-kontinental Lage mittelöstliches Europa, angrenzend an Russland (Norden und Osten), Ukraine (Süden), Polen (Westen), Litauen und Lettland (Nordwesten) Landesfläche 207 600 qkm, Nord-Süd-Erstreckung 560 km, West-Ost: 650 km Hauptstadt Minsk (ca. 1,7 Mio. Einwohner) Bevölkerung ca. 9,7 Millionen bei rückläufiger Entwicklung Landessprachen Staatssprachen: Belarussisch und Russisch Verkehrssprache: Russisch (ca. 85%, besonders in städtischen Zentren) Religionen russisch-orthodox (überwiegend), römisch-katholisch (ca. 20%), vereinzelt jüdische und islamische (tatarische) Gemeinden Nationalfeiertag 3. Juli: Tag der Befreiung vom Faschismus Unabhängigkeit 27. Juli 1990 (Erklärung der Souveränität innerhalb der Sowjetunion) Staatsform (autoritäre) Präsidialrepublik Staatsoberhaupt Lukaschenko, Alexandr Grigorjewitsch, Präsident der Republik, seit 20.07.1994 (am 19.03.2006 für weitere 5 Jahre gewählt) Regierungschef Sidorskij, Sergej Sergejewitsch Außenminister Martynow, Sergej Nikolejewitsch Parlament "Oberster Sowjet" (Werchownyj Sowjet/198 Abgeordnete, Präsident Semjon Scharetzki) wurde im November 1996 aufgelöst. Die Auflösung ist von Europarat, EU und OSZE nicht anerkannt worden. Die Amtszeit ist inzwischen abgelaufen. Nach Verfassungsänderungen stellte Präsident Lukaschenko eine Nationalversammlung mit 110 Abgeordneten im Repräsentantenhaus und 56 Deputierten im Rat der Republik zusammen. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses der Nationalversammlung wurden im Oktober 2000 bzw. März 2001 (Nachwahlen) sowie im Oktober 2004 bzw. März 2005 (Nachwahlen) neu gewählt. Parteien - Kommunistische Partei von Belarus (pro Lukaschenko) - Partei der Kommunisten von Belarus (contra Lukaschenko) - Belarussische Frauenpartei "Nadseja" ("Hoffnung") - Belarussische Sozialdemokratische Partei "Gramada" ("Volksgemeinschaft") (Vorsitzender: Alexander Kosulin) - Belarussische Sozialdemokratische Partei „Narodnaja Hramada“ (Vorsitzender: Nikolai Statkewitsch) - Vereinigte Bürgerpartei - Partei der Belarussischen Volksfront - Konservativ-Christliche Partei der Belarussischen Volksfront - Liberaldemokratische Partei von Belarus (nur formal oppositionell, de facto Lukaschenko-treu) - weitere politische Parteien, z.T. mit sehr wenigen Mitgliedern Gewerkschaften - Föderation der Gewerkschaften von Belarus - Kongress der demokratischen Gewerkschaften von Belarus - zahlreiche Einzelgewerkschaften, z.T. nicht zu einem Dachverband gehörend Verwaltungsstruktur 6 Gebiete (Oblast): Brest, Grodno, Gomel, Mogiljow, Witebsk, Minsk-Land; außerdem Minsk-Stadt mit Gebietsstatus; Gebiete unterteilt in Kreise (Rayons) Mitgliedschaft in internationalen Organisationen Vereinte Nationen, EBRD, IAO, IAEO, IWF, OSZE, EAPC, PfP, UNESCO, UNICEF, Weltbank, WHO Medien Staatlicher Rundfunk und Fernsehen (Sprachen: Russisch und belarussisch). Wichtigste Zeitungen: Sowjetskaja Belorussija, Narodnaja Gazeta, Respublika, Zwjazda (staatlich); Narodnaja Wolja, BDG (Belorusskaja Delowaja Gazeta), Swobodnye Nowosti, Komsomolskaja Prawda v Bjelarussii, Bjelarusy i Rynok (nicht-staatlich, unabhängig) Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu Marktpreisen 2005 ca. 29,5 Mrd. USD Pro-Kopf BIP zu Marktpreisen 2005 ca. 3.000 USD