Die Dankbarkeit und Freude über unseren Besuch und unsere Hilfe in Belarus war wiederum überwältigend. Wir sollen alle Spenderinnen und Spender welche unsere Reise ermöglichten aufs allerherzlichste grüßen!
Begonnen haben wir unsere Reise am 15. August mit einer Fahrt zum Narotsch-See in der Nähe der litauischen Grenze, wo wir in einer Feriensiedlung, welche noch den Charme vergangener sowjetischer Zeiten ausströmt, wohnten.
Die Speisehalle im Ferienzentrum am Narotschsee
Der herrliche See lud natürlich zum baden ein, konnte uns aber nicht davon abhalten unser Ziel, das westfälische Projekt „Heimstatt-Tschernobyl“ zu besuchen. Die Leiterin, Frau von Bodelschwingh, erläuterte uns diese Einrichtung. Sie bauen dort ökologische Häuser für Familien aus den verstrahlten Gebieten, stellen Schilfplatten her und betreiben eine Schreinerei und Flaschnerei. Zwei Windräder (die einzigen in Belarus) liefern Strom, der verkauft werden kann. Auf diese Weise und mit Spenden aus Deutschland finanziert sich diese Einrichtung.
Unsere geplante Rundfahrt am nächsten Tag um den See fiel aus da unser Fahrer dringend einen anderen Auftrag erledigen musste. Aber seine Datscha besuchten wir noch am Abend. Ob der Datscha-Besuch schuld war? Am nächsten Morgen saßen wir auf gepackten Koffern und warteten und warteten, doch unser Fahrer kam nicht, bis wir erfuhren, dass sein Auto kaputt sei. Glücklicherweise fuhr dann noch ein Betriebsbus nach Minsk, welcher „Betriebsurlauber“ abholte und uns mitnahm. Auf halber Strecke ging dann der Sprit aus, was zu einem netten Picknick ausartete. Jeder hatte noch etwas anzubieten, so dass es beinahe schade war, als es nach ca. einer Stunde weiterging.
Zwangspause auf dem Weg nach Minsk mit Picknick
Unterwegs wurden wir dann von zwei Fahrern aufgesammelt, da wir einen Termin im Gorki Theater hatten und Direktor Lutsenko in Eile war, da er mit seinem Ensemble zu einer Tournee nach Moskau aufbrechen musste.
Noch am selben Tag ging es weiter nach Gischenka, wo wir von den Lehrern und Lehrerinnen schon sehnlichst erwartet wurde. Nach einer Besichtigung der Schule, bei welcher uns voller Stolz und Freude die Spenden aus dem vergangenen Jahr gezeigt wurden, ging’s zu einem gemütlichen und reichhaltigen Essen. Obwohl wir uns nur über eine Dolmetscherin verständigen konnten war die Unterhaltung ausgezeichnet, nicht zuletzt dank 18 „Trinksprüchen“. So konnte uns auch die Unterbringung im „Hotel Ola und Valentin“ nichts anhaben. Viel frische Luft beim Gang über den Hof zum „Wellness-Bereich“ (WC, Dusche, Sauna) war gewährleistet.
"Wellnesbereich" unserer Gastgeber in Slawgorod
Der nächste Tag war dann ein Wettlauf gegen die Uhr. Einkaufen, Rechnungen bezahlen und ein Konzert der Schülerinnen und Schüler besuchen, die trotz der Ferien mit Eifer und Freude bei der Sache waren. Ein Konzert nur für uns vier Schwarzwälder!
Konzert in der Schule in Gischenka
Der Abend klang dann mit einem Schaschlik und vielen „Trinksprüchen“ aus. Dachten wir, denn als wir in unser „Hotel“ kamen war auch dort der Tisch reichlich gedeckt.
Von Gischenka ging’s dann weiter nach Minsk. Die Hitze war nahezu unerträglich (35°), aber wir hielten tapfer durch. Dort besuchten wir die Tagesstätte „OffeneTür“
In der Tagesstätte "Offene Tür" in Minsk
und fuhren auch ins Sonderschul-Internat in Rudensk.
Sonderschul-Internat in Rudensk
Stadtbesichtigung, Museumsbesuche und vieles mehr rundeten unser diesjähriges Besuchsprogramm ab.
Ein Erlebnis der besonderen Art war die Fahrt ins Freilichtmuseum Dudutki mit Linienbussen (2 x Umsteigen mit Zwischenspurt im 100 m Tempo).
"Kaufhaus" im Freiland-Museum Dudutki
Interessant war auch die Rückfahrt in brütender Hitze im total überfüllten Bus, der auch noch ca. 10 Zentner Zwiebel und Kartoffeln mitführte. Ein herrliches Gemisch aus Schweiß- Zwiebel- und anderen Dürften.
Zufrieden, müde und erschöpft kehrten war dann am 25. August gerne wieder nach Pfalzgrafenweiler zurück.